Wahlmöglichkeit der Kostenerstattung nutzen

Weil es Ihre Gesundheit ist

Gesetzlich krankenversichert, aber wie ein Privatversicherter behandelt werden - geht das? Und wenn ja, sind Privatbehandlungen nicht kostspielig? Im Gegenteil - gesetzliche Minimalversorgung wird oft teuer. Denn sie kostet Zähne und zeichnet sich durch häufigen Behandlungsbedarf aus. Wussten Sie, dass Sie beim Thema Kostenerstattung für Zahnersatz eine Wahlmöglichkeit haben?

Welche Zahnbehandlung erhalten Sie auf Versichertenkarte?

Dieses Prozedere ist Ihnen vertraut: Sie gehen zum Zahnarzt in der Nähe, man liest Ihre Versichertenkarte ein - und Sie erhalten eine Behandlung. Aber nicht irgendwie: Denn mit Einlesen der Chipkarte beauftragen Sie Ihre Zahnarztpraxis, Sie nach bestimmten Regularien - sprich, nach einheitlichem Bemessungsmaßstab (BEMA) - zu behandeln. Das Ziel: Möglichst kostengünstige Zahnbehandlung, die sich auf das medizinisch Notwendige erstreckt. Kassenzahnärztliche Vereinigung und Krankenkassen prüfen, ob Ihr Zahnarzt in der Nähe die Behandlung günstig genug anbietet. Im Rahmen von Kassenleistung stehen diesem dazu ca. 170 einzelne Verfahren und Behandlungsschritte zur Verfügung; Vertragszahnarztpraxen haben auch Zusatzleistungen für gesetzlich Versicherte im Portfolio. Und bei manchen Verfahren - z. B. Kompositfüllungen - erhalten Sie gegen Zuzahlung eine höhere Qualität.

Was, wenn Sie als Kassenpatient Privatversorgung wünschen?

Vielen Kassenleistungen stehen alternative Privatvarianten gegenüber. Und wenn Sie mich - als Ihr Zahnarzt in der Nähe - fragen: Diese sind nicht nur angenehmer zu tragen, sondern halten auch länger und sind technisch wie qualitativ überlegen. Trotzdem darf ich sie nicht über Chipkarte abrechnen. Sie wünschen eine solche Lösung? Entweder zahlen Sie sie aus eigener Tasche oder Ihre Krankenkasse versorgt Sie mit einer qualitativ abgespeckten Version davon. Ein Beispiel: Ihr Backenzahn braucht dringend eine Wurzelbehandlung, denn diese könnte ihn retten. Aber Ihre Kasse? Zahlt nur das Ziehen des Zahnes.

Wie kommen Sie in den Genuss privater Behandlungsvarianten?

Zum Glück haben Sie eine Alternative - namens Kostenerstattung. Dabei handelt es sich um ein Abrechnungsverfahren, das Sie selbst für sich wählen. Damit entbinden Sie mich als Zahnarzt vom Kassenvertrag - und ich darf Sie privat behandeln. Sämtliche Behandlungsvarianten stehen Ihnen nun offen. Wie das Verfahren der Kostenerstattung gem. § 13 SGB V bei Ihrer Krankenkasse geregelt ist, erfahren Sie, wenn Sie deren Satzung lesen. Übrigens: Auch die Berechnung der ca. 650 zahnärztlichen Privatleistungen ist gesetzlich geregelt! Vor einer größeren Behandlung überreichen wir Ihnen als Zahnarzt in der Nähe einen privaten Heil- und Kostenplan, in dem die vorhersehbaren Kosten und Leistungen detailliert benannt sind. Diesen reichen Sie vor der Behandlung bei Ihrer Krankenversicherung ein - und bitten gleichzeitig um Schätzung der Erstattungshöhe.

Welche Vorteile hat das Verfahren der Kostenerstattung?

Später lassen Sie der Krankenkasse die Privatrechnung zukommen. Nun erstattet Ihnen die Kasse den Teil der Zahnbehandlung, der gesetzliche Kassenleistung ist. Hierbei darf die Krankenkasse 5 Prozent der Erstattung bzw. höchstens 40 Euro mit der Begründung einbehalten, dass ihr durch das Verfahren der Kostenerstattung andere Sparmöglichkeiten entgehen. Die Vorteile dieser Lösung? Zweiklassenmedizin ist für Sie kein Thema mehr, weil Sie so wie ein Privatpatient eingestuft werden, an dessen Behandlung sich Ihre Krankenversicherung beteiligt. Was erstattet wird, wissen Sie schon vorher. Auch entfällt die Suche nach dem Zahnarzt, die die gewünschte Leistung am günstigsten anbietet. Sie gehen einfach wie gehabt zu Ihrem Zahnarzt in der Nähe, der zudem noch während der Behandlung flexibel und situationsgerecht über Verfahrensteile entscheiden kann. Gleichzeitig werden Abrechnungsfaktoren vereinbart, die - ähnlich wie bei der Abrechnung über die Kasse allein - kostendeckendes Arbeiten erlauben. Faktoren, mit denen auch Ihre Erstattung durch die gesetzliche Krankenkasse steigt.

Was beim Thema Kostenerstattung sonst noch zu beachten ist

Kostenerstattung nach § 13 SGB V - und zwar separat für den Bereich Zahnmedizin - zu wählen, ist Ihr gutes Recht als Patient. Trotzdem stellen sich manche Kassen quer: Dann kann ein Kassenwechsel Sinn machen, um eine dringende Behandlung zeitnah in die Wege zu leiten. Erklären Sie Ihre Absicht, das Kostenerstattungsverfahren zu wählen, sollten Sie dies mindestens 14 Tage vor dem Quartalswechsel tun. Denn während das Modell der Kostenerstattung gewählt ist, darf Ihre Zahnarztpraxis die Chipkarte nicht mehr einlesen und auch keinen (rosafarbenen) Heil- und Kostenplan mehr erstellen. Zu jedem neuen Quartal lässt sich diese Regelung durch eine erneute Erklärung Ihrerseits wieder beenden. Mehr zum Thema Kostenerstattung erfahren? Ihr Zahnarzt in der Nähe berät Sie gern dazu.